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RÖDER-Aktionäre hoffen auf das
China-Geschäft

Erschienen in FAZ.NET, 18.04.2007

Die Fußball-WM brachte RÖDER eine Sonderkonjunktur

18. April 2007

Zelte verleihen und verkaufen - das klingt nicht unbedingt nach einer „sexy“ Story für Investoren. Mit der Aktie der RÖDER Zeltsysteme und Service AG mit Sitz in Büdingen ließ sich in den vergangenen Jahren aber gutes Geld verdienen.

Nach dem Börsengang 1992 bereitete die Aktie freilich den wenigsten Anlegern Freude. Der Kurs in Frankfurt stürzte von umgerechnet mehr als 200 Euro bis 1995 auf weniger als 50 Euro ab. Nach einer volatilen Seitwärtsbewegung ging es seit Ende der neunziger Jahre weiter runter: Nach der Jahrtausendwende war die Aktie zeitweise für weniger als einen Euro zu haben. Vor wenigen Tagen aber verzeichneten die Titel bei 51,90 Euro ein neues Mehrjahreshoch. Das ist wohl vor allem mit Blick auf die Ende März vorgelegten guten Geschäftszahlen zu erklären.

Jahresüberschuss um 56 Prozent gesteigert

Beflügelt von der Sonderkonjunktur im Zuge der Fußball-Weltmeisterschaft konnte RÖDER den Umsatz im vergangenen Jahr um gut 14 Prozent auf 48 Millionen Euro steigern. Die Gewinne kletterten sogar kräftiger. Das Vorsteuerergebnis stieg um fast ein Viertel auf 5,8 Millionen Euro - trotz Investitionen in neue Märkte und Warenbestände.

Den Jahresüberschuss beziffert RÖDER auf 5,3 Millionen Euro. Dies entspricht einem Zuwachs von annähernd 56 Prozent gegenüber dem Vorjahr, wobei dem Unternehmen Steuererträge in Höhe von 400.000 Euro zugute kamen.

„Tolle Entwicklung“ der Töchter in China und Russland

Die Anleger rechnen mit einem anhaltenden Umsatz- und Gewinnwachstum bei dem oberhessischen Zeltbauer, der in Büdingen 135 Mitarbeiter zählt, die sich zu gleichen Teilen auf die Produktion und die Verwaltung verteilen.

Und auch das Unternehmen zeigt sich zuversichtlich: „Wir sehen keine Anzeichen, dass die Entwicklung gebremst werden könnte“, sagte Finanzvorstand Martin Osbeck vor kurzem der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Denn RÖDER erfreut sich, wie Vorstandschef Rüdiger Blasius sagt, der „tollen Entwicklungen“ seiner neuen Tochterfirmen in China und Russland, die demnach weitere Zuwächse versprechen. Schließlich boomt China, zudem stehen die Olympischen Sommerspiele 2008 in Peking bevor.

Noch knapp ein Viertel der Erlöse in Deutschland

RÖDER Zeltsysteme verfügt mittlerweile in China über zwei Niederlassungen, die in Peking und Schanghai ansässig sind. Da der Export von Büdingen aus nach China unwirtschaftlich wäre, unterhält RÖDER dort eine kleine Produktion und fertigt Zelte für den chinesischen Markt.

Gemeinsam mit der seit einem Jahr tätigen Russland-Tochter hat das China-Geschäft für Umsätze von 6,5 Millionen Euro gesorgt, wie Osbeck sagte. Knapp ein Viertel der Erlöse erzielt der Konzern nach seinen Worten in Deutschland, rund 60 Prozent in Europa. Aus der Türkei dürften fortan steigende Umsatzbeiträge kommen. Die neue Tochter am Bosporus hat laut Vorstand schon größere Mietaufträge an Land gezogen.

Aktie sollte noch Potential haben

Die Analysten von GBC Research beziffern das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) des Zeltbauers auf unter zehn. „Wir sind weiter zuversichtlich für die operative Entwicklung gestimmt und gehen von einer weiteren Umsatzsteigerung in 2007 aus“, heißt es in einer Aktienanalyse.

Die erwartete Dividendenrendite beträgt verschiedenen Datenbanken zufolge etwa drei Prozent. Im vergangenen Jahr wurde ein Euro je Aktie ausgeschüttet, das würde beim aktuellen Kurs eine Rendite von zwei Prozent bedeuten.

Die Chancen auf weiter steigende Kurse sollten insgesamt nicht schlecht stehen. Die neuen Märkte, allen voran China und Russland, bieten große Chancen, bergen aber natürlich auch Risiken. Anleger müssen auch wissen, dass die Aktie nicht gerade sehr liquide gehandelt wird. Mehr als drei Viertel der Anteile werden vom Vorstand und der Geschäftsleitung gehalten, 24 Prozent befinden sich im Streubesitz.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Text: @bemi mit thwi./F.A.Z.

Den Original-Artikel finden Sie bei FAZ.NET



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