Hochkarätiges direkt am Main
Erschienen in eventpartner, Ausgabe 6/2009
Der Zeltspezialist RÖDER bot bei seiner diesjährigen Hausmesse in Offenbach einen erstklassigen Reigen an Entertainmentexperten auf.
Das Unternehmen aus Büdingen, das unter anderem für seine temporären Bauten bei der Formel 1 bekannt ist, lud im November zur Innoscene nicht mehr nach Bad Orb, sondern nach Offenbach, also dem Frankfurter Ballungsraum.
Thematisch ging man nicht nur technische Details und Sicherheitsfragen an, man bot einen hochklassig besetzten Event-Tag im strahlend weißen Forumskuppelzelt. Im Mittelpunkt standen die Fragen um Stars und Entertainment. Den hoch spannenden Auftakt machte die Autorin und Gründerin von Barbarella Entertainment, Heike Melba Fendel. In einem analytischen wie spannendem Vortrag, der jedem Universitätshörsaal Ehre gemacht hätte, ging die Agentin für Schauspieler und Moderatoren der Frage nach, wie heutzutage Stars in Deutschland gemacht werden und wie sich die Prominenz 2009 von Marlene Dietrich, Hildegard Knef oder Romy Schneider unterscheiden. Fendel, die mit ihrer Agentur auch Events konzipiert und umsetzt, gab praktische Tipps, wie man mit Prominenz als dem Medienfaktor umgeht, und wie man nicht der Inflation von Awards und Charity Events erliegen muss.
Barbarella Entertainments vertritt Schauspieler wie Matthias Brand oder Joachim Król und Moderatoren wie Esther Schweins und Dieter Moor.
"Sie benötigte keinerlei PowerPoint-Präsentation, sie war der PowerPoint des Tages!"
Was Entertainment wirklich ist, wurde dann sofort erlebbar, als Gayle Tufts an Mikrofon trat. Sie benötigte keinerlei PowerPoint-Präsentation, sie war der PowerPoint des Tages und machte die unterschiedlichen Unterhaltungstraditionen in "USA und Germany" deutlich: Entertainerin versus Alleinunterhalter. Die seit 18 Jahren in Berlin lebende Entertainerin berichtete aus ihrem reichen Erfahrungsschatz "On the Road" und räumte auch gleich mit dem Vorbehalt vor dem "U" wie Unterhaltung auf. Gayle Tufts bot Praxis und Theorie in Exzellenz und Harmonie.
Der frühere Thomas-Gottschalk-Gefährte und "Wetten, das...?"-Produzent Holm Dressler begnügte sich nicht mit einem Blick in seine Vita, sondern zeigte Zukunftsvisionen für das Entertainment auf, in denen wohl vermehrt Koproduktionen, auch von öffentlichen Sendern, mit Event-Agenturen stehen, um die großen Unterhaltungssendungen noch stemmen zu können. Zum 50sten der Beatles steht ein solches Projekt zwischen ARD, Holm Dressler und einem Eventveranstalter an, bei dem der Sender nur noch einen Bruchteil der anfallenden Kosten tragen muss. Einen zweiten Trend werden die immer kleiner werdenden hochauflösenden Kameras auslösen. Im TV, aber auch bei Live Events wird mit am Körper getragenen Cams gearbeitet werden, um frische, subjektive Bilder zeigen zu können. Das Modell wird bereits mit einem Salzburger Proficlub getestet. Der Torschuss hautnah oder ein Tag im Lebendes Robbie Williams rückt näher.
Den Abschluss machte dann Roberto Emmanuele, Creative Producer und Geschäftsführer der MOVE Show- und Mediaproduction GmbH, mit einem Vortrag über "Die Wirkung von Musik als Kommunikationsmedium".
Text: Lothar Biedermann
Den Original-Artikel finden Sie in der Ausgabe 6/2009 eventpartner S.57